24 Stunden Rennen Kelheim – ein Rückblick

24 Stunden Rennen Kelheim – ein Rückblick

Müde bin ich, geh zur Ruh, decke meine Beine zu…

Ein anstrengendes Wochenende liegt hinter uns, irgendwann im letzten Jahr haben wir beim Biketeam Regensburg zugesagt dass wir mit ihnen gemeinsam am 24 Stunden Rennen in Kelheim teilnehmen. Wir das sind Mario, Sibille, Manfred und Peter vom URC-Ebbs (Peter ist dann noch kurzfristig dazu gekommen um einen ausgefallenen Fahrer vom Biketeam Regensburg zu ersetzen).

Bis auf Mario hatten wir vier noch keine Erfahrungen mit 24 Stunden Rennen, für Peter war es überhaupt das zweiten Rennen mit dem Rennrad und Zeitnehmung! Sibille trat im Mixed Team vom Biketeam Regensburg gemeinsam mit Dani, Kathi, Peter und Michael an.

Die Tiroler Delegation

Das Herren-Team bestand aus zweimal Peter, Manfred, Mario und Trausti – vorweg mit Platz 34 (von 117 Teams) bei den Herren und Platz 26 (von 40 Teams) in der Mixed Wertung sind wir mehr als zufrieden!

Nach einer trainingsfreien, verregneten und arbeitstechnisch anstrengenden Woche startete das Projekt Kelheim bei uns erst spät am Freitag Nachmittag/Abend – in aller Eile wurde alles zusammengepackt und für die Samstag morgentliche Verladung gestapelt.

Am Samstag Morgen um 05:30 ging’s dann los mit dem Einpacken der Räder, jeder Menge Essen und der Bekleidung in zigfacher Ausführung für mit und ohne Regen. Der Wetterfrosch wollte sich irgendwie nicht so recht auf schönes Wetter festlegen, wir mussten mit allem rechnen.

Das Mixed Team

Im Anschluß dann erst mal bei Birgit und Mario ein gemeinsames kurzes Frühstück bevor wir im Konvoi nach Regensburg los starteten, zweieinhalb Stunden später waren wir dann im Fahrerlager angekommen und konnten unser Material auch schon direkt ins praktisch fertige Fahrerlager ausladen – ein großes Lob und vielen Dank an das Biketeam Regensburg für die perfekte Organisation und dass sie uns so viel Arbeit abgenommen haben!!!

Die Fahrerbesprechung um 12:30 Uhr war nicht wirklich stark besucht, von den 1150 Startern (Teilnehmerrekord) waren wenn überhaupt ca. 3 bis 4 Hundert anwesend. Die wichtigsten Infos bekam man allerdings bereits vorab schon auf der Webseite. Was neu war ist die tolle Info dass auf der gesamten Strecke die rechte Fahrspur für das Rennen gesperrt wurde und wir somit ohne störende Verkehrsteilnehmer fahren konnten!

Relaxen so lange es geht

Pünktlich um 14 Uhr starteten dann unsere Startfahrer Sibille und Mario für die beiden Teams ins Rennen – an dieser Stelle möchte ich nicht verschweigen dass vom Biketeam Regensburg noch ein drittes Team am Start war, da von uns aber kein Fahrer dort dabei war beschränke ich meinen Rückblick auf die anderen beiden Teams – es möge mir verziehen sein! 😉

Die Wechselzone befindet sich mitten in der Altstadt von Kelheim und die Strecke führt dort durch einen schmalen Korridor über ein ziemlich holpriges Kopfsteinpflaster. Daher fand der Start ein kleines Stück später direkt vor dem Fahrerlager auf der breiten Hauptstraße statt.

Mario

Sowohl Mario als auch Sibille kamen nach der ersten Runde etwas ausser Atem aber mit super Zeiten zurück und tauschten in der Wechselzone das „Wechselband“ welches wir in einem Behälter für den Flaschenhalter  untergebracht hatten.

Für uns Tiroler war die Strecke Neuland und so mussten wir feststellen dass auch 170 Höhenmeter in Kelheim richtig anstrengend sein können wenn man sie im Renntempo den Berg rauf knallt! Mit Rundenzeiten von knapp unter oder über 30 Minuten für die 17 Kilometer waren wir aber sehr zufrieden.

Nach den ersten Runden hatten wir das Wechselrad halbwegs im Griff und der Smalltalk in der Wechselzone mit den anderen Teilnehmern vertrieb die Zeit rasend schnell. Nur in der Nacht wurde durch ein Mißgeschick ein Teamfahrer nicht geweckt und so kam es bei mir (Manfred) zu einer ungewollten Doppelrunde – welche ich niemandem empfehlen kann, nach einer Vollgasrunde ist es mehr als nur schwer sich für eine zweite ungeplante Runde zu motivieren! 🙂

Peter

Premieren gab es auch nach einbrechender Dunkelheit – die ersten Nachtfahrten standen an, ausgerüstet mit Lupine am Helm und teils zweiter Beleuchtung am Lenker ging es auf die Strecke. Die 30 Minuten hält auch bei stärkster Beleuchtung jeder Akku normalerweise durch, daher sollte im Normalfall ein Licht völlig ausreichen.

Bei mir war eine günstige China-LED im Einsatz (damals 52 Euro inkl. Ersatzakku), ich habe sie allerdings nur mit halber Leuchtkraft oder weniger im Einsatz gehabt – das habe ich bereits im Fahrerlager der erschrockenen Blicke wegen beschlossen. Auch so hatten manche Fahrer das Problem dass sie mit nicht so gutem Licht nur noch ihren Schatten vor sich hatten…

Wer gerne in der Nacht fährt dem kann ich die Lampe aus China durchaus empfehlen, sie ist zwar garantiert nicht für den Straßenverkehr zugelassen aber dafür so hell dass man meinen könnte die Sonne geht auf und der Preis ist unschlagbar! 🙂 Eine teure Lupine bietet zwar wesentlich mehr Einstellmöglichkeiten, einen besseren Akku und ein Ladegerät auf Höhe der Zeit – kostet dafür allerdings auch ein Vielfaches.

Actionfoto 🙂

Bei meinen nächtlichen Abfahrten mit teils weit über 50 Km/h kam mir gelegentlich der Gedanke ob es in dieser Gegend wohl auch Wildtiere gibt die die Straße queren…? (es wurden übrigens keine gesehen)
Ich habe ihn aber stets schnell wieder verdrängt/verworfen – wer halbwegs angstfrei fahren will sollte ihn auch nicht zu Ende denken!

Nach jeder gefahrenen Runde stellt sich beinahe das gleiche Spiel ein, zurück ins Fahrerlager, nächsten Fahrer informieren so dass sich dieser fertig machen und in den Zielbereich begeben kann, erst mal ein wenig runterkommen und eventuell jemandem vom erlebten erzählen, dann Flüssigkeit tanken und so gut es geht Nahrung zu sich nehmen, anschließend relaxen – Schlafen klappt meist nicht, die Zeit vergeht wie im Flug und man ist erneut dran, jetzt noch schnell Blase entleeren und wieder in die Wechselzone

gerade zurück

Trausti (im Isländischen wird es Trösti gepsrochen) hatte leider auf einer seiner Runden einen Defekt – locker gewordener Sperring am Ritzelpaket blockierte das Rad. Daher musste Mario frühzeitig los und dessen Runde fertig fahren was ihm mit einer sehr guten Zeit von 47:25 gelang – eine solche „Defekt“-Runde zählt also vom Start des ersten Fahrers bis zur Überquerung der Ziellinie des zweiten Fahrers.

Leider musste ich während meiner nächtlichen Doppelrunde zwei Mal am erste Hilfe leistenden Team vorbei, auf dem Rückweg zum Zielgelände in einer Flachpassage ist wohl eine Fahrerin auf irgendwas aufgefahren, gestürzt und hat sich erheblich verletzt. Während der 24 Stunden gab es dann doch einige Stürze, die meisten davon aber während der ersten Runden. Gute Besserung an alle die’s nicht unverletzt ins Ziel geschafft haben!

Wir blieben von weiteren defekten verschont und mussten auch keine Stürze wegstecken, nach über 20 Stunden im Rennen hatten wir aber alle ordentlich mit der Motivation zu kämpfen – spurlos geht sowas einfach nicht an einem vorüber.

Sibille (2. v.l.)

Die letzte Runde (geschätztes Zeitfenster ca. 40 Minuten) haben ich und Peter dann gerne an Trausti weiter gereicht, der sich bereit erklärt hat sie zu fahren und mit einer spitzen Zeit von 29:19 abschloß!

Angesichts der Tatsache dass wir schon gut 32 Stunden auf den Beinen waren und wir noch die Rückfahrt nach Tirol vor uns hatten, haben wir uns dann entschieden bereits kurz vor 14:00 Uhr – dem Ende des Rennens – unsere Sachen zusammen zu packen und den Heimweg so früh wie möglich an zu treten.

So gegen 18 Uhr sind wir dann wieder in Tirol angekommen – ziemlich K.O. und mit jeder Menge Verkehr und Staus auf der Strecke, aber gesund und glücklich! 🙂
Das Schlafdefizit muss jetzt erst mal abgebaut und die tollen Eindrücke verarbeitet werden…

Das 24 Stunden Rennen von Kelheim war aus unserer Sicht perfekt organisiert:

  • es herrschte eine super Stimmung
  • die Strecke ist ideal und fordernd
  • im Fahrerlager findet man auch mal seine Ruhe
  • tolle Teilnehmer die auch mal ohne Konkurrenzgedanken zusammenarbeiten
  • einen gut ausgestatteten gepflegten Sanitärbereich im Fahrerlager
  • warmes Wasser in der Dusche bis zum Schluß
  • ein riesen Wetterglück!!!
  • eine perfekte Streckensicherung
  • günstige/kostenlose Parkmoglichkeiten
  • Stimmung an der Strecke 24 Stunden lang überwältigend
  • ein Volksfest in der Wechselzone

Den Organisatoren kann man nur gratulieren, ich glaube viel besser geht’s nicht mehr – am Teilnehmerrekord von 1150 Starten sieht man das wohl auch!

An dieser Stelle möchte ich dem BikeTeam Regensburg noch einmal dafür danken dass sie uns den Start beim 24 Stunden Rennen in Kelheim ermöglicht haben und für die grandiose Betreuung vor Ort! Wir freuen uns jetzt schon euch spätestens bei der Welt-Klut-Tour wieder zu sehen… 🙂

Manfred

Leistungssport war noch nie so wirklich mein Ding! Sport muss mir in erster Linie Spaß machen und gut tun. Die Erfahrungen die ich in den letzten Jahren dabei gesammelt habe , möchte ich hier im Blog mit anderen teilen. Wandern, Radfahren, Langlaufen, Skifahren, Rodeln,... - leider hat der Tag nur 24 Stunden. :-)

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